Diese Seite verwendet Cookies. Für einen weiteren Aufenthalt auf dieser Seite, akzeptieren Sie den Einsatz von Cookies.

DatenschutzerklärungAkzeptieren

Schockierenden Tatsachen über Berater-Portaleanonyme Interviews mit Beratern

Esoterik wird als die schöne, heile Welt verkauft, wo Alles möglich ist, solange man nur daran glaubt. Allein das Teleshopping für Esoterik anzuschauen ist kaum mehr als ein paar Minuten möglich. Man fragt sich: "Wer kauft so was?" Und noch schlimmer: "Wer glaubt an so was?" Setzt der normale Menschenverstand aus oder geht es Menschen so schlecht, dass man ihnen Alles aufs Auge drücken kann? Aber in einer Zeit, wo das Geschäft mit Manipulation boomt ist es wohl kaum verwunderlich? Was ich damit meine? Psychologie. Sie wird in jeder Branche eingesetzt, nur um mehr Kunden, mehr Gewinn, mehr Profit zu erwirtschaften. Eine Art Hirnwäsche und Lobbyisten, gerade im Gesundheitsbereich, tun viel dafür um viele Illusionen aufrecht zu erhalten und weiter voran zu bringen.

Der Anfang der Berater-Portale

Kennen Sie die Geschichte des größten Berater-Portals Deutschlands, als es noch ein kleiner Tante-Emma-Anbieter war? Das Berater-Portal, das mit dem Buchstaben Q beginnt nutze den Boom des TV-Senders aus Baden-Württemberg B.TV, mit dessen umstrittenen Chef Thomas Hornauer. Dieser ging damals durch die Presse, weil er einerseits den Kanal von dem Verdienst von Sex-Hotlines bezahlte und zum anderen irgendwie als verrückt galt. Er sprang auf Tische und Stühle um seine Mitarbeiter zu motivieren. Ich fand ihn ganz witzig.

Genau diesen Boom nutzte das Portal Q... Es war damals ein Telefon-Portal für Alles. Man konnte per Telefon einen Anwalt anrufen, einen Gärtner, einen PC-Spezialisten, eine Großmutter, einfach Alles. Es gab für jedes Problem den richtigen Berater. Das war damals völlig neu.

Der Sender B.TV bot zum ersten Mal Live-Beratung im deutschen Fernsehen an. Hornauers Strategie ging auf, ein großer Erfolg auch, wenn verschiedene Medienexperten und Sonstige Vertreter dagegen waren. Es dauerte nicht lange und Q... hatte den Boom erkannt und bot nur noch Esoterik-Beratungen an. Das Geschäft boomte auch für sie.

Es war etwas Neues und auch ich saß jeden Abend vor dem Fernseher und sah die Beratungen dort an. Damals hatte ich wenig Ahnung von Astrologie und im B.TV-Sender sah ich, dass man mit Hilfe der Astrologie sogar die Zukunft vorhersagen konnte. Das war mir neu. Ich dachte immer, bei der Astrologie gibt es nur Horoskop. Ich suchte eine B.TV-Beraterin auf und wie es ausging, erfahren Sie unter Mein Weg zur Astrologie

Berater Portale - Licht und Liebe für alle

Gemeinsam finden wir einen Weg. Haben Sie den Satz schon einmal gehört? Mit Sicherheit, denn irgendwann kommt man nicht drum herum. Es gibt unzählige Berater und unzählige Berater-Portale. Ich habe auch mal in einem gearbeitet, vor ca. 15 Jahren, dem heute größten, als es noch nicht so groß war, mit dem Q am Anfang. Es ging damals wie heute nur um Profit, denn der Gründer von Q.. hält von Esoterik überhaupt nichts, aber damit Geld zu verdienen schon. So wurde das Portal mit nur wenigen Mitarbeitern aufgezogen. Irgendwann trat ich auch dazu. Man musste eine Art Vorstellungsgespräch am Telefon machen um nachzuweisen, ob man mit Menschen am Telefon umgehen kann und wie gut man sein Handwerk beherrschte. Das ist verständlich. Doch was nicht so verständlich war, war die Art und Weise, wie man mit Beratern umging. Man konnte sich kostenlos freischalten um Kunden zu gewinnen und wartete dann darauf, bis einem einer durchgestellt wurde. War man in der Zeit aber kurz abwesend, weil man auch mal auf die Toilette musste, bekam man sofort eine Droh-Mail. Man solle sich gefälligst beim Kunden entschuldigen für die Abwesenheit. Ich ließ das einige Zeit über mich ergehen und dann war Schluss. Die Kunden des Portals sind die Berater und die Kunden der Berater sind diejenigen, die anrufen und nicht umgekehrt.

Ich hatte dort wie danach einige Berater kennengelernt und mit ihnen über ihre Erfahrungen gesprochen, was ich hier wiedergeben möchte. Das ist schon einige Zeit her und zwischenzeitlich kann sich einiges geändert haben. Ob es stimmt konnte ich nicht nachprüfen.

Berater erzählen über Berater-Portale

Bevor man selbst ein Portal betreiben möchte, kommen Kosten auf einen zu. Dazu muss man ein Portal bewerben und Werbung ist teuer. Hinzu kommen Mitarbeiterkosten, Rechtsanwaltskosten und laufende Kosten. Dazu möchte man keinen Berater haben, der sich auf mehreren Portalen gleichzeitig freischaltet. Verständlich, wenn man bedenkt, wie sich ein Berater verhalten soll, wenn er sich auf 3 Portalen gleichzeitig freischalten würde und plötzlich von 2 Portalen Anrufe erhielte. Das geht natürlich nicht.

Auch dürfen Berater nicht ihre eigene Homepage anpreisen oder auf ihre eigene Tel.-Nr. hinweisen. Verständlich, denn niemand möchte einen Mitarbeiter haben, der auf mehreren Hochzeiten tanzt und Kunden abwirbt. Deshalb schließt man mit dem Portalbetreiber einen handfesten Vertrag mit Konventionalstrafen ab. Das ist aber verständlich.

Bei den meisten können Sie den Berater über eine kostenpflichtige Nummer anrufen, oder mit ihm kostenpflichtig Chatten oder Emailen. Man erkennt, ob ein Berater frei geschaltet ist und kann ihn sofort kontaktieren. Jeder Berater kann den Preis pro Minute selbst festlegen, darf aber eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. So weit so gut. Bis hierher wirkt es recht komfortabel - für einen Besucher betrachtet. Doch jetzt folgen Dinge, die die wenigsten Besucher wissen, erst im Laufe der Zeit feststellen oder die sie gar nicht interessieren.

Der Verdienst eines Beraters

Ein Online-Portal zu betreiben ist ein teures Unterfangen. Die Software und die kostenpflichtigen Nummern verschlingen einen erheblichen Teil. Der Betreiber möchte verdienen und für die Berater soll auch noch Etwas übrig bleiben. Das sind so in etwa 30% bis 35 % der Telefonkosten pro Minute. Korrigieren Sie mich, wenn sich seitdem Etwas verändert haben sollte.

Teilweise erhalten Berater pro Min. nur 0,24 € brutto. In einer Stunde sind das 14,40 € und davon gehen noch die Steuern ab. Hinzu kommt, dass man nicht jeden Tag 8 Stunden angerufen wird. Bei einem Anruferpreis von 2,90 € sind das bei 30% 0,87 € und bei 35% sind das 1,015 €. Die Konkurrenz ist groß, die Angebote auch.

Ein Notizzettel für jeden

Es gibt Portale die bieten jedem Berater eine Art Online-Notizzettel an, die er für jeden Kunden anlegen kann. So gibt es keine unterschiedlichen Aussagen mehr, denn ein Berater sieht sofort mit wem er spricht, was der Kunde bisher wissen wollte und was man ihm schon gesagt hat. Beim Kunden wirkt das so, als wäre der Berater besonders gut, weil er ja keine gegensätzliche Aussage zu seiner vorherigen mehr treffen kann.

Es gibt Portale, die ihren Beratern vorschreiben für jeden Kunden eine solche Datei anzulegen, damit sich die Reklamationen verringern und somit der Eindruck erweckt wird, dass ein Berater immer bei seinen Aussagen bleibt. Das ist doch mal ein Kunden-Service, oder nicht?

Den Unterschied bemerkt man erst, wenn man sich woanders anmeldet oder über einen anderen Account, z.B. den einer Freundin, telefoniert. Bleibt ein Berater bei seinen Aussagen, so ist nicht seine Hellsicht oder sein Können die Ursache, sondern seine Notizen. Fände man eine solche Sache in anderen Branchen sehr gut, kann man dies in einem esoterischen Beraterportal anders sehen. Ob Kunden das gut heißen?

Bewertungen oder Wertungen?

Oh ja, die Bewertungen darf man nicht vergessen. Überall und an jeder Ecke wird etwas oder jemand bewertet. Schrecklich! Ich persönlich halte in diesem Bereich gar nichts davon. Denn hier spielen viele Faktoren eine Rolle. In erster Linie die Erwartungshaltung des Kunden. Direkt nach einem Gespräch kommt dann eine Bewertung wie: "Du hast genau das gesagt, was ich immer fühlte!" Übersetzt sollte das eher bedeuten: "Du hast genau das gesagt, was ich hören wollte!"

Meist erkennt ein erfahrender Berater schnell, wen er vor sich hat und wie der andere tickt. Ist er bereit wirklich Etwas über seine Frage wissen zu wollen oder will er nur eine Bestätigung. Man sollte nicht glauben wie raffiniert Klienten sein können und immer wieder Fangfragen stellen, nur um den Berater dorthin zu führen, wohin sie ihn haben wollen.

Berater: "Das ist so und so." - "Ja, aber könnte es nicht sein, dass das dann so und so ist." - "Eigentlich nicht!" - "OK, aber es bestünde dennoch die Möglichkeit, dass..." - "Nun ja, ein minimaler Funke könnte bestehen, aber eigentlich nicht!" - "Aha, also besteht Hoffnung?" - "Die sollte man sich lieber nicht machen." - "Gut, die mache ich mir auch nicht, aber dennoch könnte es sein, dass...?" Das ließe sich endlos fortsetzen in allen möglichen und unmöglichen Varianten und dennoch änderte es nichts am Ergebnis. Es verwundert nicht, dass mancher Berater dem Kunden entnervt beipflichtet um endlich Ruhe zu haben.

Ein Berater, der dem nicht gewappnet ist und wenig Erfahrung hat oder dem es egal ist, hat es schwer, oder wird das antworten, was der andere hören will. Sagt man das, was man erkennt, folgt prompt das Ergebnis in Form einer Bewertung. "Du hast etwas ganz anderes gesagt als die anderen Berater." - Wom, jetzt hat man den Salat!

Hier muss man stark bleiben, denn so etwas sollte einen nicht tangieren. Am Schluss zählt man zusammen und ich habe es erlebt, dass ein Klient kleinlaut zurückkam und sagte, dass ich die einzige war, die recht hatte. Direkt nach eine Beratung eine Bewertung abzugeben, zeigt eher, wie der Klient tickt. Mir waren Bewertungen egal, ich habe meine nie gelesen. Weder die positiven noch die negativen sollten einen in Aufruhr versetzen. Ich kenne Berater, die sich über schlechte Bewertungen maßlos ärgern. Warum? Eine Bewertung hat nichts mit meiner Person zu tun. Sieht der andere es so, so ist das seine Meinung. Will er sie kund tun, kann er das, genauso, wie ich es hier tue. Man sollte sich als Berater ein dickes Fell wachsen lassen.

Gehässige und nachtragende Menschen gibt es überall. "Ha, dem oder der hab ich`s aber gegeben. Jetzt habe ich die Macht und bewerte Dich schlecht, damit andere Dich nicht anrufen." - Dazu kann ich nur eines sagen. Niemand hat die Wahrheit für sich gepachtet und für seine Zukunft muss jeder selber sorgen. Aber dazu ein kleiner Denkanstoß, der vielleicht dem ein oder anderen helfen mag, Dinge etwas anders zu sehen. Mein Esoterik-Berater lag falsch

Sterne gegen Gratisminuten

Viele haben das schon erlebt. Hier wirbt man nicht mit Können, sondern mit Schenkungen. Damit kann man schlechte Bewertungen schnell aus der Welt schaffen. Doch sicher nur bis zu einem gewissen Grad. Ist jemand nicht so gut, interessiert einen Kunden auch die Gratisminuten nicht.

Berater-Schulungen

Man nennt das qualitative Weiterbildung in diesen Portalen. Dem Kunden wird vorgegaukelt, dass diese Berater "besonders wertvoll" sind. Entsprechend listet man sie höher. So ist man als Berater gezwungen solche Seminare zu belegen und natürlich zu bezahlen.

Dort lernt man dann einiges. Wie gehe ich mit meinen Kunden um? Wie fange ich sie auf? Wie spreche ich mit ihnen, wenn das, was ich gerade gesagt habe nicht stimmt? Wie reagiere ich bei schlechten Bewertungen?

Heutzutage will auch das Beraten gelernt sein, denn Können allein genügt anscheinend nicht mehr. Je höher die Bewertungen sind, desto größer ist die Meinung des Kunden, dass er es hier mit einem Top- oder Spitzen-Berater zu tun hat. Ein paar wenige schlechte Bewertungen kann man ruhig drin lassen, damit es auflockernder wirkt.

Berater sperren ihre Kunden

Berater können in manchen Portalen auch ihre Kunden sperren, sodass diese sie nicht mehr kontaktieren können. Ob das gut oder schlecht ist, darüber gehen sicher die Meinungen auseinander. Vielleicht kann man sich so nervige Kunden vom Hals halten.

Versprechungen und kein Geld

Es gibt Portale, die Ihre Versprechungen nicht einhalten und auch ihre Berater nicht bezahlen. Einige bitten einen Berater neue Berater zu begutachten und versprechen ihnen einen Geldbetrag. Dieser wird aber nie ausbezahlt. Manche Portale bezahlen ihre Berater nicht, weil sie wohl selbst überschätzt haben, wie teuer ein solches Portal in der Haltung ist.

Manche Portalbetreiber sind sehr ängstlich. Bekommt ein Berater einen Anruf und kann ihn aus Gründen, weil er vielleicht gerade auf der Toilette ist, nicht entgegen nehmen, fliegt er sofort aus dem Portal. So kann man auch mit Menschen umgehen.

Ist der Kunde König?

Berater-Portale sind für Kunden und auch Berater sehr komfortabel, verschlingen aber auch sehr viel Geld, die der Kunde bezahlt und dem Berater nur wenig Vergütung bringt. Es ist in jedem Bereich so. Erst hinter den Kulissen spielt die Musik.

>